Jede Seite kann Ihre Schokoladenseite sein…

…vorausgesetzt Sie wissen wie.

Obwohl die Hoffnung auf einen neuen Job greifbar nah ist und nur noch diese eine letzte Etappe überwunden werden muss, verfallen viele Menschen beim Gedanken an sie in Panik, Vorstellungsgespräche. Sie werden oft als regelrechte Tortur verstanden, dabei sind sie eigentlich ein Kompliment des Arbeitgebers an Sie. Sie sind interessant und qualifiziert genug, um für einen Posten in der Firma in Frage zu kommen. Wäre da nur nicht diese verhörähnliche Situation. Ein Raum, mehrere Personen sitzen Ihnen gegenüber, alle Blicke sind auf Sie gerichtet, bohrende Fragen durchleuchten die berufliche Laufbahn und die eigenen Fähigkeiten. Oft wird dabei die Gelegenheit verkannt, die sich Ihnen bietet. Eine kleine Gruppe von Menschen, die nur an Ihren Lippen hängt, durch nichts gestört werden kann und Ihnen ungeteilte Aufmerksamkeit zukommen lässt.

Eine bessere Möglichkeit sich stilvoll in Szene zu setzen und zu überzeugen ist schlicht unmöglich. Doch um in den richtigen Momenten glänzen zu können, sollten Sie sich vorher gut vorbereiten. Wir geben Ihnen sieben Tipps, mit denen Sie garantiert aus jedem Bewerberrennen als Sieger hervorgehen.

1) Zwischen Brockhaus und einem Grundschulbuch – Auf den Punkt genau vorbereitet

Um in einem Vorstellungsgespräch bestehen zu können, muss man nicht allwissend sein. Es reicht bereits aus, präzise Antworten auf die richtigen Fragen zur Hand zu haben. Auch Personaler erfinden sich nicht täglich neu, sodass eine Anzahl an Standardfragen, mitunter in leicht abgewandelter Form, Bestandteil eines jeden Gesprächs sein wird. Fragen zur eigenen Person, nach dem Grund der Bewerbung bei diesem Unternehmen und etliche weitere Fragen dieser Art dürfen Sie in einem Vorstellungsgespräch nicht überraschen. Im Gegenteil; rechnen Sie fest mit diesen und arbeiten Sie zuvor Ihre Antwort aus, denn einfacher können Sie keine Punkte sammeln. Informieren Sie sich auch über das Unternehmen als solches und dessen Geschichte, um die Frage „Was wissen Sie denn über unser Unternehmen?“ nicht mit einem langen „Ähm“ beantworten zu müssen.

2) Wissen wo, wann, wie wirkt Wunder

Um sich das Leben nicht unnötig kompliziert zu machen und mehr Nervosität hervorzurufen, als ohnehin bereits vorhanden ist, sollten die Rahmenbedingungen so weit wie möglich abgeklärt sein. Bestätigen Sie Ihren Gesprächstermin so früh wie möglich, planen Sie bei der Anreise genug Zeit für eventuelle Staus oder Zugverspätungen mit ein. Bei einer langen Anreise kann es sich lohnen in einem Hotel zu übernachten. Gehen Sie ausgeruht in das Gespräch. Sie wollen schließlich sagen, dass Sie der Richtige sind und nicht, dass Sie letzte Nacht kaum geschlafen haben. Buchen Sie in solchen Fällen das Hotel so früh wie möglich, denn dann können Sie all diese Dinge von der mentalen To-Do-Liste streichen. Je nach Unternehmen übernimmt dieses die Anfahrts- und Übernachtungskosten; nachfragen lohnt sich also.

3) Mit Schirm, Charme und Melone

Einen zweiten ersten Eindruck gibt es nicht. In dem Moment, in dem Sie durch die Tür treten und sich erstmals von Angesicht zu Angesicht mit ihrem potentiell zukünftigen Chef gegenüberstehen, ist die Entscheidung seinerseits bereits gefallen. Noch bevor das erste Wort gewechselt wird. Sie müssen bereits mit Ihrem äußeren Eindruck Überzeugungsarbeit leisten. Kontaktieren Sie zuvor die Personalabteilung und erkundigen Sie sich nach dem Dresscode. Dennoch gehört zu einem gepflegten Erscheinungsbild mehr als ein gutsitzender Anzug oder eine schicke Bluse. Ein ansehnlicher Bart, dezentes Make-Up oder eine ordentliche Frisur sind ebenso Bestandteil eines qualifizierten Bewerbers. Körperschmuck sollte vorerst bedeckt oder entfernt werden, da nicht jeder Arbeitgeber diesen gleichermaßen toleriert.
Charme und Höflichkeit öffnen im Leben viele Türen. Dasselbe gilt auch für Vorstellungsgespräche. Sittliches Benehmen sollte in jeder Situation gewahrt werden. Ein Ausrutscher führt hier schnell zu einem Fall. Dies bedeutet nicht zu versuchen, eine konstante Anzahl von Bitte und Danke pro Minute unterzubringen, sondern viel mehr, seinem Gegenüber den gebührenden Respekt zu zollen. Ein Maß an Humor kann der Unterredung sehr zuträglich sein und die Atmosphäre auflockern. Denken Sie jedoch daran, dass Sie sich gerade selbst präsentieren sollten und nicht um den Titel für den Clown des Jahres kämpfen.

5) Ein Wasser in Ehren dürfen Sie niemals verwehren

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Ihnen in ihrem Vorstellungsgespräch etwas zu trinken angeboten. Bitten Sie nach Möglichkeit um ein Glas stilles Wasser. So vermeiden sie peinliches Aufstoßen durch zu viel Kohlensäure. Auch können Sie sich eines kleinen Tricks bedienen, um stilvoll mehr Bedenkzeit zu erhalten, um über die Antwort auf eine knifflige Frage zu sinnen. Ein kurzer Griff zum Glas und schon gewinnen Sie einige Sekunden. Nebenbei verhindern Sie auch, dass durch die Rederei ihr Mund und ihre Kehle austrocknet. Darüber hinaus kommt einem Glas Wasser auch eine psychologische Komponente zu. Das Anbieten eines Getränks wird seitens des Unternehmens als Akt der Gastfreundschaft interpretiert. Dieses abzulehnen könnte deshalb den Anschein erwecken, Sie wüssten diese Geste nicht zu würden.

6) Rhetorische Brillanz und glasklare Aussprache als Tupfen auf dem i

Die deutsche Sprache besteht aus 5,3 Millionen Wörtern. Selbstverständlich ist es nicht nötig, jedes Einzelne davon zu kennen. Nichtsdestotrotz kann ein großer Wortschatz in Verbindung mit Eloquenz oft überzeugen. Wenn Sie dann noch langsam und deutlich sprechen, kommt Ihr gegenüber gar nicht drumherum, Ihr Selbstbewusstsein zu bemerken. Ganz nebenbei stellen Sie auch noch sicher, dass Ihre Botschaft unmissverständlich ankommt.

7) Die „Ich kann mir das merken“ Lüge

Ein Bewerbungsgespräch dient nicht nur dem Arbeitgeber dazu, den Bewerber kennenzulernen und etwas über seine Fähigkeiten zu erfahren. Auch der Bewerber lernt das Unternehmen kennen und gewinnt einen ersten Eindruck und eine Vorstellung, ob er bei diesem Unternehmen beruflich glücklich werden würde. Eine solche Entscheidung sollte jedoch nicht übers Knie gebrochen werden, sondern gründlich durchdacht sein. Eine Nacht über das Gehörte zu schlafen wirkt hier Wunder. Doch können Sie sich dann noch an jedes Detail erinnern? Vermutlich nicht. Fertigen Sie sich deshalb ein stichwortartiges Protokoll an, um das Gespräch so besser rekapitulieren zu können. Außerdem signalisiert ein Mitschreiben dem Arbeitgeber, dass Sie Interesse haben, ein ernstzunehmender Kandidat sind und sorgfältig arbeiten.

8) Standardantworten als Expressticket nach Hause

Standardfragen mit auswendig gelernten Vorlagen aus dem Internet zu beantworten ist nicht gewitzt, da etwa mit geringem Zeitaufwand eine passende Antwort gefunden wurde, sondern sorgt dafür, dass sie in der Gunst des Interviewers rapide sinken. Personaler führen unzählige Interviews und realisieren sofort, ob eine Antwort aus dem Internet stammt oder vom Bewerber selbst. Stellen Sie stattdessen einen Bezug zu der eigenen Person, dem eigenen Lebenslauf oder dem Unternehmen her. So zeigen Sie nicht nur, dass Sie sich gut vorbereitet haben, sondern auch, dass Sie schnell und vernetzt Denken können. Fragen können auch gezielt provoziert werden, in dem im Lebenslauf interessante Details entweder nur angedeutet oder unzureichend ausgeführt werden.
Sie sehen also, wenn Sie in jeder dieser Disziplinen punkten, lassen Sie dem Unternehmen gar keine andere Wahl, als Sie einzustellen. Berücksichtigen Sie diese sieben Punkte und schreiben Sie Ihre eigene Erfolgsgeschichte.